Wir Menschen gehören zusammen mit den Affen und Halbaffen zur Ordnung der Primaten. Bei all diesen Arten, ob Rhesus- , Kapuziner- , Berber- oder Javaneraffe, ob Gibbon, Orang-Utan, Gorilla, Bonobo oder Schimpanse - Freiland- und Zoobeobachtungen und an gewissen Arten durchgeführte Versuche zeigen ein klares Bild:
Alle diese Arten tragen ihre Babies und dieser Körperkontakt ist für die gesunde, normale Entwicklung der Kleinen von grundlegender Bedeutung. Das Tragen von Säuglingen ist ein Verhalten, das sich während Jahrmillionen evolutiv bewährt hat, bei allen Primaten, also auch bei unseren Vorfahren, und in fast allen Kulturen - unsere eigene leider ausgenommen - bis heute eine Selbstverständlichkeit geblieben ist. Positive wie negative Gefühle, die Erfahrung von Wohlbefinden aber auch von Alleingelassensein, Angst und Verzweiflung prägen sich in der frühen Kindheit nachhaltig im Hirn ein.
Heute kennt man verschiedene komplexe Schaltkreise im Innern unseres Hirns, welche im Zusammenspiel mit Hormonen unsere Befindlichkeit wesentlich bestimmen. Verschiedene Untersuchungen deuten darauf hin, dass Körperkontakt bei Primaten die Ausschüttung von Endorphinen anregt, welche angenehme Gefühle auslösen.
Was können wir unseren Kindern Besseres auf den Lebensweg geben als Urvertrauen? Dazu trägt das Getragenwerden seit Urzeiten wesentlich bei. Dem kann unsere moderne Welt wohl nie eine Alternative gegenüberstellen.